Die Vielfalt des Lebens im VisionsWald

Biodiversität oder biologische Vielfalt bezeichnet verschiedene Ebenen der lebendigen Vielfalt: erstens die Anzahl von Arten, die Artenvielfalt; zweitens die Vielfalt an Ökosystemen oder Lebensräumen und drittens die Vielfalt innerhalb der Arten, also die Unterschiede der genetischen Informationen zwischen Individuen und Populationen sowie die Vielfalt der Wechselbeziehungen untereinander.

Tropische Regenwälder zeichnen sich durch besonders große biologische Vielfalt aus. Gleichzeitig sind sie stark bedroht. Mittlerweile hat die internationale Staatengemeinschaft den Handlungsbedarf erkannt. Mit der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt hat sie ambitionierte, völkerrechtlich verbindliche Ziele gesetzt. Viele Gründe sprechen dafür, die Biodiversität zu erhalten:

  • Funktionierende Ökosysteme machen das Leben auf der Erde erst möglich.
  • Pflanzen und Tiere liefern den Menschen von jeher Nahrung, Textilien, Baustoffe oder Brennmaterial.
  • Die "Apotheke Regenwald" liefert Medizinalpflanzen mit großem Zukunftspotenzial. 
  • Auch die Landwirtschaft ist auf den Artenreichtum und stabile Bodenbildung angewiesen.

Im VisionsWald ist uns aber auch der Eigenwert der Natur wichtig: Ein Tier, eine Pflanze und alles was lebt hat einen Wert an sich, unabhängig von seinem Nutzen für den Menschen.

 

Erhebung zur Biodiversität

Im Rahmen einer Studie, die anlässlich der FSC-Zertifzierung unserer BaumInvest-Plantagen durchgeführt wurde, wurde 2013 auch eine Ersterhebung zur Biodiversität auf Tierras Buenas durchgeführt.

Die Studie liegt nur auf Spanisch vor. Im Folgenden finden Sie die Übersetzung der Einleitung und den Link zur vollständigen Studie. 

 

Studie: Inventario de herpetofauna, aves y mamíferos de las fincas de Puro Verde  Paraíso Forestal S.A. (2013)

von Marlon Marín Cambronero und Melinka Nájera Gómez

Einführung

Normalerweise werden Plantagen ausschließlich im Hinblick auf wirtschaftliche Ziele errichtet, um durch die erhöhte Produktion des Holzvolumens eine  Gewinnmaximierung zu erreichen. Die  Firma Puro Verde hat sich zum Ziel gesetzt, mit diesem Paradigma zu brechen und alles zu tun, um ein Gleichgewicht im Sinne des Nachhaltigkeitskonzeptes herzustellen.

Die Fauna des Waldes ist eine wichtige Ressource , sowohl ökonomisch, sozial, kulturell als auch ökologisch, deren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung regelmäßig vergessen, unterschätzt und zu wenig genutzt wird; die Forstwirtschaft hat daher die Aufgabe, Managementsysteme zu entwickeln, die die ansässige Fauna und die menschliche Entwicklung gemeinsam betrachten.

Forstplantagen besitzen einige Charakteristika, die von einem ökologischen Standpunkt aus als inadäquat  betrachtet werden können, wie beispielsweise eine geringe Vielfalt an Baumarten oder Änderungen der Bodenbeschaffenheiten; diese Änderungen werden durch häufige menschliche Eingriffe verursacht. Andererseits bereichern solche Plantagen, die an Orten ohne Waldbestand angelegt werden – idealerweise auf degradierten und aufgegebenen Weideflächen, die für die Forstwirtschaft genutzt werden können – ganz erheblich das Habitat für die Waldfauna sowie die Biodiversität allgemein [Montagnini et al. 1995; de Camino und Budowski, 1993; in Calvo 1998]. Die Vertiefung ökologischen Wissens über die Forstplantagen ist der erste Schritt, um mittel- oder langfristig die Biodiversität wiederherzustellen, die durch menschliche Aktivitäten in der Vergangenheit verloren gegangen ist und so einen Prozess anzustoßen, der nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche und soziale Vorteile bietet. Diese Vorteile ergeben sich nicht nur durch eine Erhöhung der Artenvielfalt der Fauna, sondern auch durch die Einführung neuer Pflanzenarten, die einen direkten Nutzen für die Menschen auf der Plantage darstellen.

Für Puro Verde ist das Wohlergehen seiner Arbeiter sowie der Gemeinden rund um die Projekte ebenso wichtig wie die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts in den Forstplantagen, wie es vor der Expansion der Bevölkerung sowie der Landwirtschaft auf diesen Flächen Bestand hatte. Bei diesem Plantagenkonzept werden zudem einheimische Baumarten bevorzugt, die im Mischwald aufgeforstet werden, sodass die hier herrschenden Umweltbedingungen ihrer natürlichen Umgebung möglichst nahe kommen. Nach Rosales (1998) spielen die Pflanzen eine Schlüsselrolle in den tropischen Feuchtwäldern und der ihr zugehörigen, charakteristischen Biodiversität. In diesem Habitat stellen sie Nahrung für sämtliche hier lebenden Wirbeltiere (Früchte, Samen, Nektar, Blätter etc.) und bieten ebenso die Nahrungsgrundlage für die Wechselwirkungen der verschiedenen Nahrungsketten der Natur (nach Karr et al, 1992). Gemäß Rosales (1998) sind die Pflanzen nicht nur die vorherrschende Struktur in einem Habitat, sondern haben auch einen starken Einfluss auf die Biologie der Wirbeltiere. 

Rosales (1998) fässt zusammen, dass „daher jegliche Änderungen der Komponenten dieser Systeme fatale Konsequenzen für das entsprechende Ökosystem in Bezug auf die Erhaltung und die Pflege der Biodiversität haben können“. Daher ist es wichtig, nicht nur die Spezies eines Ökosystems zu kennen, sondern auch die grundlegenden Beziehungen zwischen diesen Komponenten.

Aus ökologischer Sicht betrachtet, ist es wichtig, nicht nur die Diversität der Baum- und anderer Pflanzenarten eines Standortes zu erhöhen, sondern auch die der Tierspezies. Der allmähliche Anstieg der Vielfalt der Tierarten ist ein Indikator für die Gesundheit und die Genesung des jeweiligen Standortes. Um die Fortschritte einer solchen Genesung zu monitoren, ist es wichtig, zunächst eine Studie wie diese zu verfassen, in der eine Artenliste erstellt wird, anhand derer fortlaufend die Entwicklung der Spezies nachverfolgt werden kann. Es ist zu erwarten, dass sich mit dem Wachstum der Bäume und der Entwicklung verschiedener Vegetationsschichten durch neue Habitate auch die Biodiverstität der Fauna zunimmt.  

Link zum vollständigen Bericht (80 Seiten): Inventario de herpetofauna, aves y mamíferos