Das Umfeld: Sensible Schutzgebiete

Die Finca Tierras Buenas liegt in einem ökologisch wertvollen Gebiet. Gleich drei verschiedene Schutzzonen überschneiden sich hier: das nationale Schutzgebiet Maquenque, das UNESCO Biosphärenreservat Agua y Paz und der mittelamerikanische Biokorridor. Den VisionsWald hier zu schaffen, hat daher eine ganz besondere Bedeutung. Denn mit der Schließung jeder Waldlücke vergrößert sich der Lebensraum in dieser artenreichen Umgebung:

Das nationale Waldschutzgebiet Maquenque umfasst etwa 60.000 Hektar Fläche, die überwiegend von Wald, zum Teil mit Primärwald bedeckt sind. Maquenque gilt als letztes Brutgebiet des „Großen Soldatenara“ in Costa Rica.  Als die Population dieser seltenen Art von Großpapageien auf 35 Brutpaare gesunken war, wurde im Jahr 2005 die Notbremse gezogen und das Maquenque-Schutzgebiet geschaffen. Hier gibt es besonders viele Exemplare des riesigen Almendro-Baumes, der gleichzeitig Brutstätte und Nahrungslieferant für den Soldatenara ist. Inzwischen hat sich die Population der Papageien wieder etwas erholt und ist auf 70 Brutpaare angewachsen.

Das Biosphärenreservat Agua y Paz ist mit fast 1.000.000 Hektar das größte Biosphärenreservat in Costa Rica und wurde 2007 von der UNESCO als solches anerkannt. UNESCO-Biosphärenreservate sind internationale repräsentative Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung. Sie dienen der Erforschung der Ökosysteme und dem Schutz der biologischen Vielfalt, sowie einer nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzung. Agua y Paz ist ein wichtiger Lebensraum für bedrohte Säugetier-Arten wie Jaguar, Manati und karibische Seekuh. Im Norden grenzt es unmittelbar an das Biosphärenreservat „Rio San Juan“ in Nicaragua und ist damit ein wichtiger Tel der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rahmen des mittelamerikanischen Biokorridors.

Der Mittelamerikanische Biokorridor ist eine multinationale Initiative zum Schutz und zur Bewahrung eines zusammenhängenden Naturschutzgebiets über die gesamte Landbrücke von Mexiko bis Panama hinweg. Denn die Zerstückelung der Ökosysteme kann auf dieser schmalen Landbrücke schnell zur Isolierung einzelner Populationen von Tieren und Pflanzen führen. Insbesondere Arten mit großem Raumbedarf wie Jaguar und Tapir hätten so kaum Überlebenschancen. Der Bio-Korridor hingegen ermöglicht die großräumige Wanderung und den genetischen Austausch von Flora und Fauna und ist damit essentiell für die Bewahrung der biologischen Vielfalt Mittelamerikas.